
Das Anwendungsgebiet ist vielfältig und erstreckt sich zum Beispiel über die Behandlung von Venenentzündungen, Thrombosen, Rheuma, Tinnitus aurium (Ohrgeräusche), Entzündungen der Nasennebenhöhlen, bei Schulter- und Rückenschmerzen etc. Seit den achtziger Jahren findet der Blutegel auch in der Unfallchirurgie immer mehr Beachtung wie z.B. nach Amputationen oder Transplantationen. Ist erst einmal die Scheu vor dem Blutegel überwunden, ist die Akzeptanz bei den Patienten nach dem ersten Ansetzen sehr hoch. Sind die Blutegel einmal angesetzt, halten sie sich mit ihren winzigen Saugnäpfen an der Haut des Menschen fest. Durch den Biß, der von den Patienten nicht als Schmerz, sondern als leichtes Piksen empfunden wird, ritzen sie die Haut fein ein, um ihr heilsames Werk zu beginnen. In der Regel werden gleichzeitig mehrere Blutegel angesetzt. Jeder von ihnen saugt etwa acht bis zehn Milliliter Blut aus dem gestauten Gewebe. Der Speichel des Blutegels enthält die Wirkstoffe Hirudin und Eglin, die eine positive Wirkung auf das erkrankte Gewebe ausüben. Während Hirudin die Blutgerinnung hemmt und damit den lokalen Blutfluß fördert, hemmt Eglin den Entzündungsprozeß. Darüber hinaus enthält der Speichel des Blutegels noch eine Reihe von weiteren Wirkstoffen.Sicher ist, dass diese Therapie auch in der heutigen Zeit ihren festen Platz in der Naturheilkunde haben und behalten wird.
