Löwenzahn, kraftvoll und bitter

In der Naturheilkunde beliebt, im Garten als Unkraut verschmäht. So lassen sich die gegensätzlichen Meinungen zum Löwenzahn zusammenfassen. Der Löwenzahn besitzt wertvolle Bitterstoffe. Mit seiner langen Pfahlwurzel verankert er sich kraftvoll im Erdreich. Der Löwenzahn, Taraxacum officinale, vermehrt sich effektiv und auf smarte Art mittels kleiner Fallschirmchen. Das sind nur einige Gründe dem Löwenzahn, im Garten, in der Küche und besonders in der Naturheilkunde, unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Inhaltsstoffe

Taraxacum officinale aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) wird in der Pflanzenheilkunde hauptsächlich wegen seiner Bitterstoffe geschätzt. Doch viele weitere zellaktive Substanzen machen den Löwenzahn zu einer unverzichtbaren Arznei in der Naturheilkunde. Obwohl die Inhaltsstoffe wohlbekannt sind, wird in der Medizin so gut wie gar nicht in eine weitere Forschung investiert. Vielleicht weil sonst jeder seine Apotheke zum Nulltarif im Garten hätte? Ein Überblick der wichtigsten Inhaltsstoffe:

- Bitterstoffe (Taraxacin, Eudesmolide, Sesquiterpene)
- Triterpene (Taraxasterol plus Derivate)
- Flavonoide
- Phenylcarbonsäuren
- Kalium (Kraut)
- Schleimstoffe (Wurzel)
- Inulin (Wurzel)
Da so gut wie keine Wechselwirkungen und kaum Nebenwirkungen* bekannt sind, lässt sich Löwenzahn in Naturheilpraxis und zu Hause gefahrlos und kostengünstig einsetzen.

* bei gewünschter Schwangerschaft wurden im Tierversuch negative Einwirkungen auf die Fruchtbarkeit von Spermien festgestellt; Vorsicht bei Allergien auf Korbblütler!

Anwendung in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie)

Vom Löwenzahn werden die Blätter und Wurzeln verwendet. Da einige Substanzen hitzeempfindlich sind, andere wiederum eine kochende Aufbereitung benötigen, empfiehlt es sich fast immer, eine Mischung aus einem Kaltauszug und einem aufgebrühten Aufguss zu verwenden. In der Küche werten die jungen Löwenzahnblätter jeden Blattsalat auf, im grünen Smoothie sind sie eine perfekte Beigabe für die Frühjahrskur. Im Herbst sind die Wurzeln besonders inulinreich und können, in gerösteter Form, sogar als Kaffee-Ersatz verwendet werden. Die wichtigsten Heilwirkungen des Löwenzahns:
- regt die Gallensaftproduktion an
- leicht abführend
- harntreibend
- appetitanregend
- entgiftend
- entzündungshemmend

Anwendung in der Homöopathie

In der homöopathischen Darreichungsform, als Taraxacum officinale, ist die ganze Pflanze mit Blüte verarbeitet. Als Einzelmittel kommt es hauptsächlich in den niedrigeren Potenzen, bei Verdauungsstörungen, Blähungen und Leberleiden, zum Einsatz. Oft ist Löwenzahn auch ein Bestandteil in homöopathischen Komplexmitteln bei Erkrankungen von Galle und Leber.