Schlagwort: homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke Teil 1

Die Durchführung einer gründlichen Anamnese und eine profunde Kenntnis der Arzneimittelbilder der homöopathischen Mittel: Das sind die Grundlagen jeder klassischen homöopathischen Behandlung. Jedes Mittel und jede Potenz muss individuell für die Person und ihre Beschwerden herausgearbeitet werden. Eine oberflächliche Recherche im Internet kann dies nicht leisten.

Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass es homöopathische Mittel gibt, die bei akuten Beschwerden, in Notfällen und bei Begleiterscheinungen von chronischen Krankheiten in der Selbstanwendung erfolgreich sind. Genau diese Mittel sollten deshalb in keiner homöopathischen Hausapotheke fehlen. Individuelle Modalitäten wie, leidend oder kraftvoll, leicht frierend oder eher schwitzend usw., kann jeder für die Auswahl der Mittel seiner Hausapotheke selbst anpassen.
Bei länger bestehenden Beschwerden, ist die homöopathische Selbstbehandlung kein Ersatz für eine Diagnostik und Therapie in einer homöopathischen Heilpraktikerpraxis oder homöopathischen Facharztpraxis.

Arnica montana (Bergwohlverleih)

Arnika kommt immer bei Verletzungen mit (Ein-)Blutungen zum Einsatz. Auch vorbeugend vor chirurgischen Eingriffen und schweren Zahnbehandlungen sorgt Arnika für eine geringere Blutung und eine schnellere Wundheilung. Wer eine Korbblütler Allergie hat, sollte dieses Mittel nicht einnehmen.

Leitsymptome

– stumpfe Verletzungen, besonders Blutgefäße
– Zerrungen, Quetschungen, Brüche
– Schocksituationen, Unfälle

Modalitäten

besser: in Ruhe, im Liegen
schlechter: bei Berührung, Bewegung

Konstitution

– Zerschlagenheitsgefühl
– möchte nicht berührt werden
– “Lass mich, es geht mir gut”


Staphisagria (Stephanskraut)

Was Arnika bei stumpfen, ist Staphisagria bei spitzen Verletzungen und Nervenverletzungen. Beide Mittel abwechselnd vor und nach chirurgischen Eingriffen eingenommen, verringern die Entzündungsgefahr und beschleunigen den Heilungsprozess.

Leitsymptome

– Nervenverletzungen
– Stich- und Schnittverletzungen
– Hautausschläge, Zahnerkrankungen, Gerstenkorn
– Blasenreizung, -entzündung

Modalitäten

besser: in Ruhe, Wärme
schlechter: morgens, bei Kälte

Konstitution

– Überempfindlichkeit
– unterdrückte Gefühle
– launisch, schnell beleidigt


Nux vomica (Brechnuss)

Wenn Stress und eine ungesunde Lebensweise zusammenkommen, ist Nux vomica das Mittel der Wahl. Es passt also perfekt in unsere heutige Zeit. Es kann jedoch keine Wunder vollbringen. Wenn man nicht gleichzeitig auch an einer gesünderen Lebensweise arbeitet, wird langfristig keine Besserung eintreten.

Leitsymptome

– Stress (Schlafprobleme, Wutausbrüche)
– Verdauungsbeschwerden, Bauchschmerzen, Völlegefühl
– allgemein Beschwerden nach zuviel Genussgiften (Nikotin, Koffein, Alkohol)

Modalitäten

besser: Wärme, abends
schlechter: Kälte, morgens, nach dem Essen

Konstitution
– Neigung zu Exzessen (Alkohol, Sex, Workaholic)
– leicht erregbar

Die homöopathische Hausapotheke Teil 2

Aconitum-napellus (Blauer Eisenhut)

Aconitum napellus, aus der Familie der Hahnenfußgewächse, ist ein starkes Gift. In den homöopathischen Potenzen ab D3 ist es ein effektives Mittel bei plötzlich auftretenden Symptomen, in Bezug auf das Nervensystem, dem Kreislauf und die Schleimhäute.

Leitsymptome

– plötzlich auftretende Schmerzen (z. B. Zahnschmerzen, Kopfschmerzen)
– akute Entzündungen
– Schock nach Unfällen
– plötzliche Blutungen (z. B. Nasenbluten, Menstruation)
– Angstzustände, Panikattacken

Modalitäten

besser: Wärme, Alleinsein
schlechter: Mitternacht, enge und stickige Räume

Konstitution

– starke Persönlichkeiten unter Schock
– Todessehnsucht
– immer in Bewegung, nervös


Atropa Belladonna (Schwarze Tollkirsche)

Belladonna, die “schöne Frau”, ist ein historisch prominentes und sehr giftiges Nachtschattengewächs. Die reifen, runden und schwarzen Beeren erinnern an die kreisrunden Pupillen, die entstehen, wenn das Gift auf die Nerven trifft. Die Beschwerden lassen sich mit akut, rot und heiß umschreiben.

Leitsymptome

– plötzliche Beschwerden mit Hitzegefühl im Kopf
– rotes Gesicht, glänzende Augen, klopfender Schmerz
– Vergiftungen, Fieberkrämpfe
– plötzlicher hoher Blutdruck

Modalitäten

besser: in Ruhe, im Sitzen
schlechter: Erschütterung, Licht, Lärm

Konstitution

– Wutausbrüche, Blut im Kopf, kalte Extremitäten
– fantasievoll, lebhaft, überempfindlich
– Neigung zu Wahnvorstellungen im Krankheitsfall


Pulsatilla pratensis (Küchenschelle)

Pulsatilla, die Küchenschelle oder Kuhschelle, gilt in der Homöopathie als das “Frauenmittel”. Es passt aber natürlich auf alle Menschen, egal welchen Geschlechtes. Pulsatilla Menschen sind besonders sensibel, harmoniebedürftig und rufen allgemein Beschützerinstinkte hervor. Oft wird dieses Mittel mit den Attributen “blond und blauäugig” beschrieben.

Leitsymptome

– allergische Erkrankungen (z. B. Asthma, Rheuma)
– Verdauungsprobleme (empfindlich gegen Fett)
– längere Erkältung (mit rissigen Lippen)

Modalitäten

besser: Bewegung, im Freien, Trost, Weinen
schlechter: warme oder heiße Witterung, abends, fettes Essen

Konstitution

– sensibel, sanftmütig, weinerlich
– blasse, helle Haut
– schüchtern, Stimmungsschwankungen


Rhus toxicodendron (Giftsumach)

Rhus toxicodendron, aus der Familie der Sumachgewächse, ist das Mittel für den Bewegungsapparat, besonders wenn Bänder und Sehnen betroffen sind. Es sollte in keinem Sportler Haushalt fehlen. Rhus toxicodendron ist ein “unruhiges” Mittel. Bei vielen Beschwerden, die sich bei Bewegung bessern, schlägt es gut an.

Leitsymptome

– Gliederschmerzen
– Verstauchungen, Verrenkungen
– Rückenschmerzen (Ischias, Bandscheibenvorfall)
– Hautausschläge (besonders mit Blasenbildung, intensives Jucken)

Modalitäten

besser: in Bewegung, bei Wärme
schlechter: bei Nässe und Kälte, in Ruhe

Konstitution

– nervöser, unruhiger Typ
– fröhlich, freundlich (wenn gesund)
– reizbar, frustriert (bei Krankheit)

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